Arbeitsdienst


Arbeitsdienst

Am Thema „Arbeitsdienst“ erhitzen sich bisweilen die Gemüter. Man ärgert sich über Mitglieder, die mit zwei linken Händen und lauter Daumen dran den Effektivitätsschnitt drücken und über andere, die es mit großem rhetorischen Aufwand verstehen, arbeitswillige Mitglieder bei Ihrer Tätigkeit zu behindern. Selbstverständlich bleibt das zum Glück die ganz seltene Ausnahme...

Doch der Reihe nach:
Ein grundlegendes Selbstverständnis des SVTs ist es auch, seinen Mitgliedern und Gästen ein niveauvolles Ambiente zu möglichst kostengünstigen Preisen zu bieten. Erstes können auch kommerziell betriebene Yachthäfen, zweites können sie meistens nicht.

In einer kommerziellen Marina müssen alle anfallenden Arbeiten professionell beauftragt werden. Die ausführenden Dienstleitungs- und Handwerksbetriebe müssen dafür bezahlt werden. Diese Kosten sind zwangsläufig auf die Liegepatzinhaber umzulegen. Und der Betreiber selbst möchte natürlich auch leben. Das ist sein gutes Recht.

Der SVT hingegen pflegt seine Anlagen in Eigenleistung und er bewerkstelligt das Ein- und Auslagern der Boote in Eigenleistung. Er ist darüber hinaus auch nicht auf die Erzielung von wirtschaftlichem Gewinn ausgelegt. Das ermöglicht Kosten für die Mitglieder, die signifikant unter denen einer kommerziell betriebenen Marine liegen.

Da sich die anfallende Arbeit bekanntlich jedoch nicht von alleine erledigt, müssen alle Mitglieder, die ein Boot auf einem SVT-Liegeplatz haben, am Arbeitsdienst teilnehmen. Die Geschäftsordnung sieht da nur ganz wenige Ausnahmen vor. Die Anzahl der Arbeitsdienststunden wird jährlich auf der Jahreshauptversammlung durch den Takelmeister bekannt gegeben. Sie beträgt derzeit 43 Stunden pro Jahr und Mitglied.

Der größte Teil des Arbeitsdienstes wird konzertiert zum Ein- und Auslagern organisiert. Das sind die Hauptveranstaltungen für die Arbeitsdienste, die einen großen organisatorischen Aufwand für die Ressort-Leiter bedeuten. An diesen Tagen ist die Durchführung von Privatarbeiten an Booten o.ä. untersagt. Mitgliedern, die an den beiden Wochenenden durchgängig ihren Arbeitsdienst verrichten, verbleiben nur noch wenige Reststunden, die sich über das Jahr leicht unterbringen lassen.


Übrigens:


Über den Arbeitsdienst sagt unsere Geschäftsordnung:

Mit Ausnahme des geschäftsführenden - und besonders belasteten Mitgliedern des erweiterten Vorstandes - hat jedes Mitglied, dessen Schiff im SVT-Hafen liegt (Sommer oder Winterlager), den vom Vorstand festgelegten Arbeitsdienst zu leisten. Über 70-jährige Mitglieder sind, sofern sie mindestens 25 Jahre dem SVT angehören, vom Arbeitsdienst befreit. Jollensegler leisten mindestens 50 % der festgelegten Arbeitsstunden.